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GERMANY

2003 Rekord im Kaltwassertieftauchen

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FAeMI

Heizungen

 Das  Projekt Walchensee konnte wegen Genehmigungsproblemen nicht stattfinden.

Es wurden weder Boote noch eine Plattform zugelassen.

Dafür waren wir auf 201 Meter im Bodensee!

Hier der Bericht:

Es ist nun ein Jahr vergangen als Wolfgang Zettl und das Team Techdivers-Germany aus Augsburg an den tiefsten Punkt des Starnberger See getaucht ist. Die 127 Meter damals waren eine Vorbereitung für den nächsten geplanten Tauchgang.

Das Ziel für 2003 war der tiefste Punkt im Walchensee auf 193 Meter.

Die Vorbereitungen für den Tauchgang liefen den ganzen Winter durch. Konditions- und Krafttraining, medizinische Untersuchungen und Tauchgänge auf weit über 100 Meter auch bei Minustemperaturen. Alle Ausrüstungsgegenstände mussten getestet und konfiguriert werden. Spezielle Unterzieher und Heizsysteme wurden ausprobiert. Tauchgangsberechnungen mit unterschiedlichsten Gasen wurden mit mehreren Programmen berechnet.

Als letzter Vorbereitungstauchgang wurde ein Tauchgang im Friedberger Baggersee 6 Stunden auf 12 Meter Tiefe gemacht. Selbst dabei hatten wir eine Dekozeit von 93 Minuten.

Anfang Mai zeichnete es sich ab, dass es mit der Genehmigung des geplanten Tauchgangs Schwierigkeiten gibt. Das benötigte Boot und die Plattform fand keine Zustimmung bei den Behörden bzw. den Berufsfischern am Walchensee.

Doch unsere ganze Vorbereitung sollte ja nicht umsonst gewesen sein. Ein anderes Ziel musste her.

Der Bodensee war die Alternative. Er zählt zwar nicht zu den Bergseen aber Tief und kalt ist er auch.

Am Morgen des 27.Juni war es dann so weit. Nach einem kargen Frühstück mit viel viel Flüssigkeit begannen wir das Boot der Lakedivers in Langenargen zu beladen.

Insgesamt standen uns über 30 Flaschen mit diversen Gemischen zur Verfügung . Allein die Kosten für die Gase beliefen sich auf ca. 1000 Euro obwohl wir selber mischen.

Unser Kapitän Wolfgang brachte uns dann innerhalb von 25 Minuten mittels Echolot und GPS an den gewünschten Punkt im See. Dort hatte der See 220 Metertiefe. Sofort begannen wir unsere  Boje und das Rigg zu setzen. Auf 202 Meter war ein graviertes Schild abgehängt das Wolfgang Zettl als zusätzlichen Beweis mit nach oben bringen sollte.

Auf 148m war eine 12l mit 6/75 Trimix und auf 108 eine 12l mit 10/60 Trimix deponiert. Weitere Reserveflaschen kamen auf 40m-30m-9m-6m.

Wir mussten uns beeilen da das Wetter nicht sehr stabil war und ein eventuelles Gewitter schwerwiegende Probleme mit sich bringen würde. Das Boot konnte nur bis zu einem fünfer Wind am Tauchplatz bleiben.

Einmal auf der Tiefe konnten wir den Tauchgang nicht mehr abbrechen.

Berechnete Dauer 322 Minuten.

Danach machte sich Wolfgang Zettl fertig. Vier Zwanziger auf dem Rücken, drei zwölfer Stages vorn, Argon, div. Akkutanks, Lampen und sieben Lungis. Macht so um die 180kg Zuladung. Damit ins Wasser zu kommen war  sehr schwierig und kurze Zeit dachten wir an einen Abbruch.

Schließlich gelang es ihm aber doch.

Kurz darauf tauchte er mit Kameramann Thomas Kneifel und dem weiteren Sicherungstaucher  Reiner Meyers ab.
Ein letzter Check und ab 50 Meter war Wolfgang dann auf sich alleine gestellt.

Die Luftblasen beobachtend begann die Zeit des Wartens. Wolfgangs Frau Jarka zog sich in die Kabine zurück. Das TV-Team machte ein paar Aufnahmen an Bord..

Nach 14 Minuten sollte er laut Plan beim Aufstieg sein und Reinhold Büchler  der die Aufgabe hatte ihn ab einer Tiefe von 100 Meter zu erwarten konnte sich bereit machen.

Er hatte zusätzliche Reservegase als Stages abgehängt.

Wie es Murphys Law schon sagt „ Erwarte das Unerwartete“ blies dann auf der 40m Deko ein Automat ab. Ohne „Reserve der Reserve“ wäre mit dem 28er Nitrox eng geworden.

Ab 21 Meter war Reiner wieder dran. Heinz Feldmeier und Thomas Kneifel blieben dann die letzen 2,5 Stunden bei Wolfgang am Rigg und versorgten ihn mit Getränken und Powershots. Noch auf 9 Meter wurden zwei der vier Zwanziger und unnötiges Equipement demontiert um seinen Rücken zu entlasten.

Dann war es geschafft. Auf dem VR3 Tauchcomputer standen 201 Meter und auch das vorher abgehängte Schild hatte er mitgebracht. Zwei weitere Computer zeigten nur noch „Error“ und auch drei der am Seil abgehängten Lampen waren geborsten.

Es dürfte der tiefste Tauchgang in Deutschland gewesen sein und auch weltweit wird es nicht viele geben die bei Temperaturen von 4 Grad ab 30m solche Tiefen betaucht haben.

Wolfgang, aber auch wir, waren ziemlich geschafft und gaben uns erst mal 100% Sauerstoff und Getränke.

Zum Schluss zog dann auch noch ein Gewitter auf das uns bis in den Hafen von Langenargen begleitete.

Dort angekommen entluden wir das Boot und genossen anschließend ein kühles Getränk und Hausmannskost..

Jeder war froh das alles gut gegangen war und auch ein wenig Stolz. Zum Feiern hatte jedoch keiner mehr die Kraft. Dies wird aber sicherlich nachgeholt.

Thomas Kneifel

VIT TL** D268

 

00002.jpg (70787 Byte)
Trimix
4 mal 20l für den Rekordtauchgang

 

 

 

 

 

 

 

 

00015.jpg (53564 Byte)
Sau schwer das Zeug

 

 

 

 

 

 

 

 

 

00010-uw.jpg (24079 Byte)
Vorbereitung ist jetzt schon notwendig

 

 

 

 

 

 

 

 

 

054uw.jpg (38306 Byte)

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